Papiertiger Tunnel?

Der Landbote veröffentlicht heute einen Artikel, indem die Machbarkeit des Tunnels angezweifelt wird. Der Tunnel bringt sicher einige Herausforderungen mit sich, aber diese sind nicht so gross, wie dies im Landboten geschildert wird.

Der Landbote führt drei Hauptschwierigkeiten auf. Diese können wir wie folgt relativieren:

1. Grundwasser und Bewilligungsfähigkeit

Bereits in der Planungsstudie 2012/12 und auch im kooperativen Planungsverfahren 2012/13 wurde die Frage des Grundwassers ausführlich diskutiert. Dabei wurde – nach Rücksprache mit dem AWEL (kantonales Amt für Abfall, Wasser, Energie und Landschaft) festgestellt, dass ein Tunnel unter Hegi den Grundwasserträger nur randlich tangiert und die erforderliche Ausnahmebewilligung erteilt werden könnte, falls zwingende Gründe diese Linienführung bedingen.

Entgegen der Einschätzung im Landboten wird also vom zuständigen Amt die Machbarkeit nicht ausgeschlossen.

2. Gesamtkosten

Im Bewusstsein der Bedeutung der Kostenfrage liess die Stadt im Februar 2013 zusätzlich zur Kostenschätzung des bearbeitenden Ingenieurbüros durch ein anderes Ingenieurbüro eine zweite Kostenschätzung erstellen. Die beiden Kostenschätzungen beliefen sich für die später gewählte Variante auf 160 Mio Franken resp. 180 Mio Franken, sie liegen also recht nahe beieinander.

Es ist davon auszugehen, dass diese Kostenschätzungen, die von zwei renommierten Ingenieurbüros mit voller Dossierkenntnis erstellt wurde, eine solidere Grundlage bilden als die Vermutungen eines einzelnen Ingenieurs.

3. Finanzieller Beitrag der Stadt Winterthur

Es ist richtig, dass der zuständige Volkswirtschaftsdirektor im April 2014 in einer ersten Reaktion auf die gefundene Lösung – und insbesondere auf die Kosten des Projekts – von einem substantiellen Beitrag der Stadt ausging. Inzwischen scheint sich aber die Erkenntnis durchgesetzt zu haben, dass die jetzt gewählte Variante die einzig machbare, funktionierende, bewilligungs- und mehrheitsfähige Lösung darstellt. Der Kanton hat deshalb auch den entsprechenden Richtplaneintrag aufgelegt. Sobald der Richtplaneintrag rechtskräftig ist, erfolgt die Finanzierung nach den Regeln des kantonalen Strassengesetzes, d.h. zulasten des kantonalen Strassenfonds. Nur allfällige Sonderwünsche Winterthurs (z.B. zusätzliche Anschlüsse, aufwendige Gestaltungen o.ä.) müssten von der Stadt finanziert werden. Auch die im März 14 von den Regierungsräten Stocker und Kägi unterschriebene Vereinbarung mit der Stadt Winterthur zur Finanzierung der Projektierung der Zentrumserschliessung bestimmt, dass die bei der Stadt Winterthur anfallenden Projektierungskosten, jährlich mit dem Strassenfonds abgerechnet werden können.

Sowohl die Bestimmungen des Strassengesetzes als auch aktuellere Signale von Seiten des Kantons – nicht zuletzt die im März 2014 unterschrieben Vereinbarung zur Finanzierung der Projektierungsarbeiten – weisen darauf hin, dass für die Stadt Winterthur durch die Zentrumserschliessung keine relevante finanzielle Belastung entsteht.